Die mit den Pferden spricht..


Schon als kleines Mädchen verbrachte ich meine Freizeit mit Pferden, Ponys und meinem Esel. Mein Leben dreht sich von Anfang an nur um diese wundervollen Vierbeiner, die bei uns schon immer zur Familie gehörten und mich bis heute faszinieren. 


1987 im Alter von 7 Jahren bekam ich  regelmäßig Reitunterricht in Reitstall Heckel im Nachbarort Lengenfeld. Auch am Voltigierunterricht habe ich dort teilgenommen.


Im Alter von 12 Jahren nahm ich dann mit meinem Arabo-Halflinger regelmäßig an Orientierungsritten in Sachsen und Bayern teil. Abenteuer und Spaß standen dabei im Vordergrund. 


Als Jugendliche rückte der Reitsport mehr und mehr in den Focus. Ich konnte von der Stalluft nie genug bekommen. Meine Woche war ausgebucht mit Unterricht in Dressur und Springen bei dem damaligen Reitlehrer Marco Tonn. Am Wochende standen dann meist Ausritte an.


Höher - schneller - weiter - war damals meine Devise. Mutig und voller Tatendrang ritt ich in den Pensionsställen meines Pferdes auch  andere Pferde und ritt auch schon Jungpferde an. Ich nahm an rasanten Fuchsjagden teil und startete auf kleineren Turnieren. Anfangs noch in der Englischen- und später in der Westernreitweise. Über das Wohl der Pferde machte ich mir da noch keine all zu großen Gedanken..


Als mein Halbblutwallach Charly nach Jahren in Pensionshaltung an allergischen Asthma erkrankte, beschlossen wir seine Haltung wieder in Eigenregie zu betreiben. Nur so konnten wir die Haltungsbedingungen speziell auf seine Krankheit anpassen. 

So gründete mein Vater Manfred mit mir zusammen im Januar 2001 die KA(tja)MA(nfred) RANCH am Rand meiner Heimatstadt Reichenbach. 


Hier fand nun langsam ein Umdenken bei mir statt. Die Haltung und die Versorgung unserer wachsenden Anzahl an Pferden und Ponys stand nun im Vordergrund. Ich eignete mir alles mögliche an Fachwissen über Krankheiten, Fütterung und artgerechte Haltung an was ich nur irgendwie finden konnte. Das Reiten rückte zunächst in den Hintergrund..

Ich arbeitet die Pferde nun immer mehr frei am Boden und dabei fiel mir irgendwann auf, das ich intuitiv bestimmte Komandos über meine Bewegungen steuern konnte. Die Longierpeitsche tauschte ich irendwann gegen ein Seil und begann über Position, Reaktion und Körperhaltung mit den Pferden zu komunizieren. Viele Probleme lösten sich so in kürzester Zeit in Luft auf. Über diese Art der Kommunikation begann nun eine ganz neue Beziehung zu meinen Pferden. 

Oft saß ich stundenlang an unseren Koppeln und beobachtete gebannt wie neue Pferde von der Herde integiert wurden, wie Stuten ihre Fohlen erzogen, wie unsere Hengste miteinander rauften, wie mein Wallach Charly die Herde anführte und seine Jungpferde erzog. 

Ich verstand ihre Mimik und Gestik immer besser und auch die Regeln und Gesetze der Herde. Ich verbesserte mein Timing und komme mittlerweile sehr nah an die Reaktionsfähigkeit der Pferde heran. Ein sehr wichtiges Kriterium für gute Arbeit über Körpersprache! 

Auch damals arbeitete ich schon mit Problemfällen. Ich holte sie auf unsere Ranch oder arbeitete mit ihnen mobil. Es waren Durchgänger, Loßreißer, Buckler, Steiger, usw die man oft bereits aufgegeben hatte und die keiner mehr arbeiten wollte. Oft waren sie in nur wenigen Trainingseinheiten wieder reit- und händelbar. Mein System funktioniert also auch bei fremden Pferden.

Jedes neue Pferd wurde zu einem weiteren Lehrer. Aber auch unsere Pferde von Geburt an groß zu ziehen, auszubilden und einige ein Leben lang zu begleiten, brachte viele weitere Erfahrungen mit sich.


2007 begann bei Trainerin Yvonne Steinbock an Wochenendkursen teil zu nehmen. Über viele Jahre konnte ich bei ihr vieles über feines Reiten und Biomechanik der Pferde unter dem Sattel lernen. Hier fand ich den Weg zwischen den Reitweisen den ich immer gesucht hatte und der ohne diverse Zwangsmitten über eine gesunde Gymnastizierung und faire Hilfengebung funktioniert. Auch ihre Art Menschen zu unterrichten hat mich für meine Arbeit sehr inspiriert. 

Seit 2016 widme ich mein Leben nun vollständig den Pferden. Ich machte meine Berufung zum Hauptberuf, wo ich mein Wissen und meine Erfahrung in Einzeltrainings und Kursen gerne und mit viel Hingabe und Herzblut weiter gebe.


LIEBE ist das Zauberwort, was vieles von außen wie Magie erscheinen lässt. Nur mit viel Liebe, Zeit und Verständnis kann man kaputte Pferdeseelen wieder heilen und Pferde wirklich verstehen. Pferde spüren sofort ob du es ernst mit ihnen meinst oder ob du nur deinen Job machst.